
Sven Dix (rechts) ließ den Ball über das Netz tanzen und holte für Weißenfels wichtige Punkte. (FOTO: ALEXANDER BLEY)
VON STEFAN THOMÉ
WEISSENFELS/MZ. Es war eine Szene im dritten Satz des Volleyball-Derbys der Landesoberliga zwischen dem gastgebenden SV Rot-Weiß Weißenfels und dem SV Motor Zeitz, welche am vergangenen Sonnabend in der Weißenfelser Westhalle sinnbildlich für das ganze Spiel stand. Ein Angriffsschlag des Weißenfelsers Sven Dix touchierte die rechte Netzkante, tanzte rollend auf derselben entlang auf die linke Seite, um dort ins gegnerische Feld zu fallen. Zeitz brachte den Ball wieder ins Spiel, aber Chris Beyer vollendete bei der nächsten Gelegenheit zum 12:14. Den dritten Durchgang sicherten sich zwar die Gäste mit 25:19, doch am Ende jubelten die Einheimischen Neustädter. Vor rund 150 lautstarken Zuschauern holten sie einen durchaus knappen 3:1-Erfolg (25:21 / 27:25 / 19:25 / 26:24). “Heute war es nicht leicht, an der Seitenlinie zu stehen”, gestand Rolf Beyer, Trainer der rot-weißen “Devils”. Er hatte damit gerechnet, dass das Duell über vier oder fünf Sätze geht. “Aber dass es so spannend wird, das war schon aufregend”, sagte er.
Immerhin konnte sein Team halbwegs befreit aufspielen, denn der Klassenerhalt war bereits sicher. “Seit Kapitän Robert Lawrenz nach seiner Verletzung wieder mit dabei ist, haben wir uns stabilisiert”, nennt Beyer einen Faktor. Lawrenz selbst sah ebenfalls einen Vorteil darain, dass Weißenfels nicht unbedingt gewinnen musste. “Wir haben zwei Sätze sehr gut gespielt, im Dritten allerdings die Konzentration etwas schleifen lassen”, so Lawrenz. Zum Auftakt setzte sich Weißenfels mit 8:2 ab, ließ Zeitz bis auf 16:19 herankommen, setzte sich dann aber über 22:17 und 24:19 mit 25:21 durch.
Nach dem Seitenwechsel starteten die Gäste hingegen besser und lagen 3:0 vorn. Die “Devils” glichen beim 4:4 aus und bis zum 9:9 blieben beide Teams gleich auf. Dann marschierte Weißenfels auf 17:10 davon, musste jedoch danach den 16:17-Anschluss hinnehmen. Und auch das 22:16 machte Zeitz wett und war beim 24:24 wieder dran. Doch anstatt einen augenscheinlich regulär erzielten Punkt zum Satzball zur erhalten, brachte eine umstrittene Schiedsrichter-Entscheidung, die im Spielverlauf mehrfach zu ungunsten beider Mannschaften fielen, das 25:24 für Weißenfels. Aber erst Nach dem 25:25 rettete sich der Gastgeber auch dank eines Zeitzer Fehlaufschlags ins Netz zum 27:25-Erfolg. Ein ähnliches Bild im dritten Abschnitt, bei dem es bis zur Sautzmitte ausgeglichen stand (10:10), ehe sich Zeitz Stück für Stück absetzte.
Ebenso der Schlussdurchgang mit den Zwischenständen 10:10, 14:14, 18:18 20:20 und 23:23. Dann setzte Coach Beyer aber erneut eine Auszeit zum passenden Moment und eine nun hellwache Feldabwehr kombiniert mit kraftovllen Angriffsschlägen von Thomas Reise, Beyer und Dix brachten den Sieg.
“Wir haben die entscheidenden Zähler nicht gemacht”, sagte indes Motor-Trainer Thomas Thierfelder. Sein Team hätte dieses Mal sein Potenzial abgerufen, aber in wichtigen Situationen habe einfach der Biss gefehlt. Für Kapitän Michael Zimmermann war es ein “Spiel wie jedes andere. Aber die Atmosphäre ist gegen Weißenfels immer besonders.”
Am Ende durften die Zeitzer doch noch feiern. Denn sie verbleiben in der kommenden Saison in der obersten Klasse Sachsen-Anhalts, weil der USC Magdeburg den USV Halle daheim mit 3:0 bezwang.
Beyer. Hübler, Leis, Rösner, Vogel, Lawrenz, Kurzweil, Panzner, Strauch, Köthe, Dix, Reise, Auerbach. Zeitz: Klügl, Girke, Schmidt, Valtix, Jahr, Jacob, Zimmermann, Scheffel, Busch.
Quelle: MZ/www.mz-web.de