Motor im Tal der Tränen

An den Gesichtern der Motor-Akteure kann man den Spielstand ablesen. (BILD: KRIMMER)

VON JOACHIM BEYER

Minutenlanges Schweigen herrschte nach der 0:3-Niederlage gegen USV Halle II in der Kabine der Motor-Volleyballer. Jeder Spieler hatte in diesen schweren Minuten mit sich zu tun. Die Zeitzer stehen damit vor dem Abstieg.

ZEITZ/MZ. Dieses Ergebnis bedeutet wohl den Abstieg nach ununterbrochener neunjähriger Spielzeit in der Oberliga. Als erster fand Mittelblocker Christoph Jahr Worte: „Sportlich sind wir abgestiegen“, sagte er mit leiser Stimme. Motors Volleyballvorsitzender Thomas Thierfelder verabschiedete die treuen Fans nach dem Match und was er sagte, fiel ihm schwer: „Es sollte nicht sein. Aber das Leben geht weiter.“

Der Klassenerhalt ist noch theoretisch möglich. Zeitz muss aber die letzten beiden Begegnungen beim Tabellenführer Magdeburg antreten und empfängt zum Abschlussspieltag in der Elsterstadt den Tabellenzweiten Rot-Weiß Weißenfels. „Wir haben schöne Zeiten in der Oberliga erlebt. Schon der Aufstieg war gigantisch“, schwelgte Thierfelder in Erinnerungen. Die Mannschaft habe vor tollem Publikum viele starke Partien geliefert. Der dritte Platz und der Gewinn der Bronzemedaille im Landesmaßstab sei vor drei Jahren der Höhepunkt in der Motor-Volleyball-Geschichte gewesen. Die Abgänge in den letzten Jahren konnten die Rot-Schwarzen aber nicht verkraften. Reinhard Wittrich, Alexander Schmidt und vor allem Bork Immisch haben Lücken hinterlassen, die letztendlich nicht zu kompensieren waren. Das Spieljahr 2012/2013 war für die Elsterstädter höchst unglücklich verlaufen. Es ging mit der Heimniederlage gegen Gardelegen ungünstig los. Zeitz führte 2:0 und lag im dritten Durchgang schon klar vorn. Doch die Spieler um Kapitän Michael Zimmermann gaben diesen Satz noch ab und verloren sogar 2:3. „Langzeit-Verletzungen von Stammspielern brachten keine Konstanz in unseren Sechser “, sah Thierfelder als eine der Ursachen für die jetzige Situation. Er schätzte auch nach der Niederlage gegen USV Halle II ein, dass die Mannschaft gekämpft habe, aber die Köpfe nicht frei bekam. Gästespieler Kai-Uwe Geppert sah das ähnlich: „Zeitz hat die Angst nicht besiegen können.“ Die Einheimischen kamen nicht gut in die Partie. Die Nervosität war deutlich sichtbar. „Die Hallenser spielten ihre Routine aus, liefen nicht viel, aber hatten das Auge, wo der Ball hin gespielt werden muss“, fand Thierfelder.

Den ersten Satz gewannen die Gäste deutlich 25:18. Im zweiten Durchgang steigerten sich die Zeitzer, mussten aber meist einem Rückstand hinterherlaufen. Am Ende verlor Zeitz hauchdünn 23:25. Genauso verlief Satz drei. Die routinierten Hallenser – alle im Alter um die 50 Jahre – konnten auch diesen Durchgang mit 25:23 knapp für sich entscheiden.

„Sollte sich am Abstieg nichts mehr ändern, müssen wir uns gut auf die Landesliga-Saison vorbereiten, um den Wiederaufstieg anpeilen zu können“, sagte Zuspieler Ronny Klügl. Doch noch ist die Saison nicht zu Ende. Am 16. März steigt der Abschlussspieltag in der Zeitzer Halle der Berufsbildenden Schulen. „Darauf werden wir uns gründlich vorbereiten. Wir wollen unseren Fans zum Saisonabschluss einen Höhepunkt bieten“, sagt Thierfelder.

Zeitz:  Zimmermann, Klügl, Scheffel, Jahr, Jacob, Schumann, Mengel. Girke, Theil, Pascal Thierfelder

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