Wunder für Motor bleibt aus

Der wirksam spielende Außenangreifer Christian Schümann überwindet den Weißenfelser Block. (BILD: CORINA WUJTSCHIKX)

VON JOACHIM BEYER

Beim Abschlussspieltag der Oberliga feiern zehn Teams in Zeitz ein stimmungsvolles Finale. Motor Zeitz bleibt auf einem Abstiegsplatz.

ZEITZ/MZ.

„Unsere Oberliga-Mannschaft hat trotz der 1:3-Niederlage gegen Weißenfels ein großes Spiel geliefert“, sagte der Zeitzer Motor-Volleyballvorsitzende Thomas Thierfelder. Die Zeitzer müssen nun in der kommenden Saison wahrscheinlich in der Landesliga antreten. Mit den Tränen kämpfend sagte Thierfelder in der Schlussrede zu den treuen Fans über Mikrofon: „Es waren tolle Jahre in der Oberliga, wir kommen wieder“, und meinte damit den Wiederaufstieg in die Oberliga. Die Rot-Schwarzen wurden für ihr aufopferungsvolles Spiel gegen den Vizemeister mit Beifall verabschiedet.

Motor hatte durch den Sieg von Gardelegen über Bitterfeld III die Möglichkeit, mit einem Erfolg über den hohen Favoriten Weißenfels den Abstiegsplatz noch zu verlassen. Das gelang nicht. Die Volleyballer von Motor Zeitz müssen sich nach neunjähriger Zugehörigkeit aus der Oberliga verabschieden.

350 Zuschauer sahen in den Zeitzer Berufsbildenden Schulen eine spannende Partie. Motor hatte in der Aufstellung eine Überraschung parat. Pascal Thierfelder spielte in seinem ersten Einsatz von Beginn an als Libero. „Er hat seine Aufgabe gut gelöst“, lobte Zuspieler Ronny Klügl. Die Saalestädter waren die clevere Mannschaft. „Das ist die neue Qualität unseres Sechsers. Wir lassen uns auch nach Rückstanden nicht mehr so schnell aus dem Rhythmus bringen“, sagte Rolf Beyer, Manager der Weißenfelser.

Die Saalestädter begannen vor fast vollem Haus dominant. Den Gastgebern merkte man an, dass sie unter Druck standen und sie gerieten klar in Rückstand. Mit 17:9 für den Gast schien der erste Satz dieses Elster-Saale-Derbys schnell entschieden. Doch die Zeitzer steigerten sich. Mit einer Aufgabenserie durch Marc Scheffel von acht Punkten waren die Hausherren wieder dran. Die Schlussphase war an Dramatik nicht zu überbieten. Zeitz konnte einen Satzball bei einer 25:24-Führung nicht verwandeln. Weißenfels siegte 28:26. Die Rot-Schwarzen mussten in der Schlussphase eine umstrittene Entscheidung in Kauf nehmen, der den Satz kostete.

Auch im zweiten Satz ließen sich die Spieler des Tabellenvorletzten nicht abschlachten, unterlagen 21:25. Der dritte Durchgang wurde dann eine klare Angelegenheit für die Einheimischen. Sie wuchsen jetzt über sich hinaus und feierten einen 25:22-Erfolg. Im letzten Durchgang führten die Hausherren lange. „Individuelle Fehler haben in der Schussphase dazu geführt, dass Weißenfels 25:21 gewinnen konnte“, ärgerte sich Mittelblocker Christoph Jahr. „Die Weißenfelser zeigten eine starke Feldabwehr und hatten in Dix ihren überragenden Angriffsspieler. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, aber zum Wunder hat es nicht ganz gereicht“, schätzt Klügl ein. Mannschaftskapitän Michael Zimmermann fand kaum Worte, die Enttäuschung über den Abstieg saß tief: „Wenn wir immer so gespielt hätten, dann wären wir auf jeden Fall drin geblieben.“ Sven Dix, der ehemalige Droßdorfer, war nach Meinung von Rolf Beyer an diesen Tag der bester Mann des Sechsers der Rot-Weißen gewesen. Der Außenangreifer machte die meisten Punkte gegen Zeitz. Die Gastgeber hatten in diesem Match die Sympathien der anderen zuschauenden Teams, Auch die Geschäftsführerin des Volleyballverbandes Corina Wagner war beeindruckt. Sie sagte: „Zeitz hätte den Sieg durchaus verdient gehabt.“ Thierfelder sprach ein Lob an die Fans. „Sie haben uns wieder prächtig unterstützt.“ Die Zeitzer Trommler Infiernos Baterista (Hollentrommler) hatten einen langen Tag. Erst feuerten sie Gardelegen an und dann den heimischen Sechser.

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