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Bei Motor Zeitz ist der Wurm drin

VON TOBIAS HEYNER | Die Zeitzer Damen haben seit Saisonauftakt kein Spiel mehr gewinnen können. In den Köpfen manifestiert sich nun schon eine zunehmende Abstiegsangst.

ZEITZ/MZ.

Der Zusammenhalt stimmt, aber die Erfolgserlebnisse sind derzeit rar. (BILD: CORINA WUJTSCHIK)

„Wir sind maßlos enttäuscht“, sagte die erfahrenste Volleyballerin des Landesliga-Teams von Motor Zeitz Katrin Landmann nach dem Heimspieltag am vergangenen Samstag. Während die Elsterstädterinnen das erste Spiel gegen den PSV Halle mit 1:3 Sätzen noch relativ deutlich verloren, beklagte Landmann vor allem die knappe 2:3-Niederlage gegen den CV Mitteldeutschland. „Diese Mannschaft war für uns eigentlich in allen Belangen schlagbar, aber wir hatten einfach zu viele Phasen, in denen kaum etwas ging und unsere Fehlerquote schlicht viel zu hoch war“, führte sie weiter aus. In den wenigen „normalen Phasen“ hingegen habe man die Sätze dann auch gewinnen können.

Akute Personalnot

Die Volleyballerinnen von Motor Zeitz plagen in dieser Landesliga-Saison Personalsorgen. Mit Kerstin Rothe hat das Team seine Mittelblockerin verloren. Sie war vor Saisonbeginn nach Weißenfels gewechselt, wo sie nun Oberliga-Volleyball spielt. Zudem muss Nadine Klügl derzeit aus privaten Gründen pausieren. „Zu allem Überfluss ist dann auch noch Madlen Bradel verletzt, weswegen ich heute mit gerade mal einer Ersatzspielerin auskommen muss“, sagte der Zeitzer Trainer Michael Zimmermann am Samstag nach der ersten Begegnung. Aber auch im aktuellen Idealfall – also mit Bradel – komme man auf maximal acht Spielerinnen. (th)

Mit dem PSV Halle, als derzeit Zweitplatzierten in der Tabelle, hatten die Zeitzerinnen natürlich auch keinen leichten Gegner bei der Auftaktbegegnung in der Turnhalle am Platz der deutschen Einheit vor der Nase. Der erste Satz ging dann auch recht zügig mit 25:14 an die Saalestädterinnen. Im zweiten Satz jedoch sollte Hoffnung für die Gastgeberinnen aufkommen: Von Beginn an lag Motor hier in Front, konnte sich zwischenzeitlich sogar ein relativ komfortables Polster erspielen. Gegen Ende zeigte Zeitz etwas Nerven und patzte wiederholt schon bei der Annahme, wodurch Halle noch einmal bis auf 22 Punkte herankam. Doch auch die Gäste waren nicht fehlerfrei, und so sicherte ein ins Aus geschlagener Angriffsball den Satzausgleich für die Zeitzerinnen.

Im dritten Satz schien es so gut für den Gastgeber weiter zu gehen: Nicht zuletzt dank der guten Blockarbeit von Landmann am Netz lag Motor bereits mit 12:5 vorn. Doch dann setzte eine der genannten Schwäche-Phasen ein und der Vorsprung schmolz dahin. Eigene Angriffe brachten nun gar keine Punkte mehr ein und Halle glich aus. Auch die von Trainer Michael Zimmermann genommene Auszeit half nichts: Der PSV übernahm die Führung und ein Diagonalangriff im Aus von Susanne Jenke besiegelte den Satzverlust aus Sicht von Zeitz.

Motors Katrin Landmann (l.) blockt einen Angriff ab. (BILD: CORINA WUJTSCHIK)

Im vierten Satz legte Halle vor und gab die Führung nicht mehr aus den Händen. Doch trotzdem die Zeitzerinnen zwischenzeitlich schon sieben Punkte zurücklagen, gaben sie sich nicht komplett auf. Tolle Angriffe von Susann Kersten entlang der Linie und sehenswerte Blocks von Theresa Klug brachten Motor wieder in Schlagdistanz, bis der Rhythmus erneut abbrach und das Spiel damit verloren war.

Als einen Faktor nannte Zimmermann die knappe Besetzung (siehe „Akute Personalnot“), doch wollte er es nicht nur darauf schieben. „Das Team kann trotzdem mehr“, versicherte er. Dieser Meinung war auch Landmann: „Doch seit unserem Sieg zum Saisonauftakt gegen die Reserve des USV Halle ist der Wurm drin und wir haben nur noch verloren.“ Hauptgrund sei der mentale Zustand des noch immer nicht ganz eingespielten Teams – denn in den Köpfen manifestiere sich bereits die Angst vorm Abstieg. „Jessica Lindner erzählte mir vor dem Heimspieltag davon, wie aufgeregt sie sei“, so Landmann, „sie ist zwar unsere Jüngste, aber so erlebte ich sie bisher noch nie.“ Doch die guten Phasen zeigen, dass das Team siegen kann – den Klassenerhalt werde man schon realisieren.

Zeitz: Theresa Klug, Anja Voigtsberger, Evelin Thümmler, Jessica Lindner, Susann Kersten, Susanne Jenke, Katrin Landmann

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