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Motor Zeitz lockt viele Zuschauer, aber verliert

Volleyball-Landesligist Motor Zeitz zeigt im ersten Saisonheimspiel gute Ansätze. Doch zu viele Fehler entscheiden Partie gegen Halle II nach drei Sätzen.

Motors Außenangreifer Eric Theil überwindet den Block des Gegners.

Es lief noch nicht alles rund beim ersten Heimspiel nach zweieinhalb Jahren in der Sporthalle der Zeitzer Berufsbildenden Schulen. Weil während der Spielvorstellung das Mikrofon streikte, musste Hallensprecher Thomas Thierfelder kurzerhand auf die eigene Stimme zurückgreifen. Gut zu verstehen war er aber trotzdem. Mit 140 Zuschauern zeigte sich der Sektionsleiter der Motor-Volleyballer mit der Resonanz am Samstagabend zufrieden. „Das ganze Ambiente hier hat uns gefehlt, es war wirklich super“, sagte Thierfelder. Auch Spielertrainer Bork Immisch war überrascht, dass so viele Menschen den Weg in die Halle gefunden hatten. „Ich hatte im Vorfeld zwischen 70 und 90 Leuten getippt. Die Stimmung war auch sofort da und dafür sind wir sehr dankbar. Umso schade ist es aber, dass wir als Mannschaft die Zuschauer nicht belohnen konnten“, meinte Immisch.

Denn die Unterstützung der Anhängerschaft konnte Motor Zeitz im ersten Heimspiel der noch jungen Landesoberligasaison auf dem Parkett nicht umsetzen. Gegen die Reserve des USV Halle unterlag Motor nach drei Sätzen 0:3. Zwar konnten die Gastgeber das Spiel in allen drei Abschnitten lange offen halten und teilweise lagen sie auch in Führung, doch schafften sie es nie, ihr Spiel konstant über einen Satz durchzuziehen. Allen voran der stark aufspielende Bork Immisch sorgte mit wuchtigen Diagonalschlägen ein fürs andere Mal für Punkte. Auf der anderen Seite ließ Motor aber bei den Angaben einige Punkte liegen und immer wieder schlichen sich technische Fehler ins Spiel der Hausherren ein. „Das Spiel lief nicht wie erhofft und weit unter unseren Erwartungen. Wir haben in jedem Satz zwar mal geführt, am Ende sind wir aber immer abgefallen. Das ist eines unserer Probleme. Wir haben tolle Phasen, wo es läuft, können die Leistung aber nicht konstant abrufen“, bilanzierte ein sichtlich enttäuschter Bork Immisch.

Er führte die Niederlage vor allem auf die fehlende Spielintelligenz, Erfahrung und zu hohe Eigenfehlerquote zurück. „Wir machen auf dem Feld so viele komische Sachen, die keinen Sinn ergeben. Im ersten Satz hat der Gegner viermal in Folge auf die gleiche Stelle geschlagen und wir schaffen es nicht, einen Verteidiger dort hinzustellen“, erklärte der Zeitzer Spielertrainer.

Ganz anders dagegen die Routiniers aus Halle. Mit ihrer Erfahrung und ihrem Spielwitz agierten die Hallenser oft cleverer und auch wenn ihnen mitunter etwas die Athletik fehlte, machen sie dies dadurch wieder wett. „Die spielen seit 40 Jahren Volleyball, da weiß jeder, wo er zu stehen hat. Ihnen fehlt aber die Athletik und das macht die Niederlage doppelt ärgerlich. Wir sind am Netz eh nicht dominant, dafür aber ein gutes Team in der Abwehr. Da hätten wir gegen diese Mannschaft viel mehr Bälle abwehren können“, ärgerte sich Immisch.

Ein anderer wichtiger Punkt ist die Mentalität. Schon im letzten Jahr hat Motor nur ein einziges Ligaspiel gewinnen können. Das zerrt am Selbstvertrauen, daraus machte auch Bork Immisch keinen Hehl. „Uns fehlt ein Erfolgserlebnis, damit wir merken, dass wir es doch noch können. Im Moment ist jeder so ein bisschen mit sich selbst beschäftigt, ängstlich und zögerlich“, beschrieb der Spieletrainer seine momentanen Eindrücke. Dies sei vor zwei Jahren, als Motor noch in der Spitzengruppe der Landesoberliga mitmischte, ganz anders gewesen. Damals habe ein richtiges Selbstverständnis geherrscht und jeder habe gewusst, was er kann. Doch wie diese mentalen Hürden überwindet werden können, weiß auch Bork Immisch nicht. „Vieles ist Kopfsache und das ist schwierig zu lösen. Es muss vom Inneren der Mannschaft ein Ruck kommen“, meinte er. (mz)

Quelle: www.mz-web.de

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