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Motor Zeitz und das Ende einer Durststrecke

Motor Zeitz gewinnt das erste Punktspiel seit Januar und stellt dem Favoriten aus Burg ein Bein. Jubel nach dramatischem fünften Satz.

Alexander Voigt, Bork Immisch und Dirk Busch (v.l.) jubeln. (BILD: RONNY KLUEGL)

BURG. Sie haben das Gewinnen also doch nicht verlernt. Völlig überraschend hat der SV Motor Zeitz am späten Sonntagnachmittag sein Landesoberliga-Punktspiel beim Burger VC gewonnen. Zwar war es für die Gastgeber das erste Saisonspiel, dennoch ging der Vorjahresvierte als klarer Favorit in die Begegnung gegen Motor, das letztes Jahr nur ein Pflichtspiel gewinnen konnte und am grünen Tisch die Spielberechtigung für die Oberliga bekam. Am 25. Januar 2015 siegten die Zeitzer gegen Anhalt Volleys 3:1, seitdem war Ebbe gewesen. Bis jetzt. „Der Sieg wirkt wie ein Befreiungsschlag. Das Team hat endlich wieder selbst bewiesen, was es kann und geht nun mit absolutem Optimismus in die restliche Saison. Alle Umstellungen haben Wirkung gezeigt und sollten Maßstab für das Leistungsvermögen und den weiteren Saisonverlauf sein“, erklärte Motor-Spielertrainer Bork Immisch.

Vor der Begegnung hatte er umgestellt. So wurde auf den Einsatz eines Liberos verzichtet, stattdessen rückte Michael Zimmermann auf die Mittelblockposition. Marcel Friedrich, Alexander Voigt und Christian Schumann teilten sich den Außenangriff, während Immisch als Diagonalangreifer zum Einsatz kam. Schon nach wenigen Augenblicken im ersten Satz merkten die Gäste, dass hier etwas möglich ist, auch wenn die Zeitzer Annahme nicht die sicherste war und die Hausherren deshalb damit begannen, sich abzusetzen. Schließlich ging der Satz mit 25:19 an den Burger VC.

Im zweiten Abschnitt kam Schumann in die Partie, der laut Bork Immisch zum „Mann des Tages“ avancieren sollte. Diesmal gelang es Motor, den Satz bis zum Schluss offen zu halten. Nachdem zwei gegnerische Satzbälle abgewehrt werden konnten, glich Zeitz mit 30:28 das Spiel aus. Motor tankte dadurch Selbstvertrauen, was sich im nächsten Satz bemerkbar machte. So legten die Gäste zu Beginn einen 11:2-Lauf hin, der am Ende entscheidend für den 25:20-Satzgewinn war.

Damit fehlte noch ein Satz zum Gesamtsieg. Wieder legte Motor Zeitz los wie die Feuerwehr und beim Stand von 14:6 für Zeitz befand man sich auf der Zielgeraden, zumal Burg unsortiert und verunsichert wirkte. Doch eine Schwächephase im Spielaufbau hauchte den am Boden liegenden Gastgebern wieder neues Leben ein. Mit 22:25 ging der Satz doch noch an den VC. Das bedeutete Tie-Break, fünfter Satz.

Diesmal verschlief jedoch Motor den Start. Besonders den Burger Zwei-Meter-Hünen Yushkevich Yauheni bekam der Zeitzer Block nicht in den Griff und beim Stand von 14:11 schien die Messe gelesen zu sein. Doch der Kampfgeist der Gäste war an diesem Tag nicht zu bändigen. Marcel Friedrich zeigte beim Aufschlag starke Nerven und tatsächlich kämpfte sich Zeitz zurück und wehrte Matchball um Matchball ab. Als Yauheni beim Stand von 19:18 für Motor den Ball ins Netz schlug, kannte der Jubel aufseiten des Außenseiters keine Grenzen mehr.

„Auch wenn ein 3:1 verschenkt wurde, war es für das Team unglaublich wichtig, dass der gebeutelte SV Motor in den dramatischen und nervenaufreibenden Phasen des Spiels das nervenstärkere Team war. Das war für das Selbstvertrauen fast noch wertvoller als ein potenzieller 3:1-Sieg“, so Bork Immisch, der mit seinem Team nach einem spielfreien Wochenende in zwei Wochen auf das nächste Topteam der Landesoberliga trifft, den Zweiten Fortuna Ballenstedt. Wieder eine Partie, in der Motor nichts zu verlieren hat. „In den Köpfen ist aber bereits jetzt das anstehende Burgenlandderby in Weißenfels am 24. Oktober“, sagte Immisch. (mz)

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